Stoßwellentherapie: Wie sie wirkt und bei welchen Schmerzen sie helfen kann
21. Oktober 2026 · 5 Min.

Jeder erste Schritt am Morgen ist ein Stich in der Ferse. Die Schulter streikt, sobald Sie in die Jacke schlüpfen. Und die Achillessehne meldet sich schon nach wenigen hundert Metern Laufen.
Sehnenschmerzen wie diese zermürben – vor allem dann, wenn sie trotz Schonung, Dehnen und Salben über Wochen oder Monate bleiben. Für genau solche hartnäckigen Beschwerden gibt es eine Behandlung, die ambulant, ohne Schnitt und ohne Narkose auskommt: die Stoßwellentherapie.
Im MEDICENT Baden bietet Dr. Florian Salzberger, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, sowohl radiale als auch fokussierte Stoßwellentherapie an. Hier erfahren Sie, wie die Behandlung funktioniert, bei welchen Schmerzen sie infrage kommt – und was Sie realistisch erwarten dürfen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Von außen behandelt: kein Schnitt, keine Narkose, keine Ausfallzeit.
- Kurz: Die eigentliche Anwendung dauert meist nur 5 bis 10 Minuten pro Behandlungsbereich.
- Überschaubar: Üblich sind etwa drei Termine im Abstand von rund einer Woche.
- Typische Einsatzgebiete: Fersenschmerz, Kalkschulter, Achillessehne, Tennisellenbogen und Sehnenbeschwerden an der äußeren Hüfte.
- Individuell: Am Anfang steht immer eine genaue Diagnose – denn nicht jeder Schmerz hat dieselbe Ursache.
Was passiert bei der Stoßwellentherapie?
Stellen Sie sich viele kurze, kräftige Druckimpulse vor, die über einen Behandlungskopf durch die Haut direkt in das schmerzende Gewebe geleitet werden. Fachlich heißt das „extrakorporale Stoßwellentherapie“, kurz ESWT – extrakorporal bedeutet schlicht: von außen.
Im MEDICENT stehen Ihnen beide gängigen Verfahren zur Verfügung:
- Radiale Stoßwelle: Die Energie breitet sich vom Behandlungskopf fächerförmig aus. Sie eignet sich vor allem für eher oberflächlich gelegene Beschwerden.
- Fokussierte Stoßwelle: Die Energie wird in einem bestimmten Zielbereich gebündelt. So lassen sich auch tiefer liegende Strukturen gezielt erreichen.
Welches Verfahren für Sie das richtige ist, hängt von Ihrer Diagnose ab.
Wie wirkt die Behandlung?
Die Impulse setzen im Gewebe biologische Reaktionen in Gang: Sie sollen körpereigene Reparaturprozesse anstoßen und die Schmerzverarbeitung beeinflussen. Das Ziel: weniger Schmerz – und ein Körperbereich, den Sie wieder normal belasten können.
Ehrlich gesagt: Die genauen Wirkmechanismen sind wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt, und nicht alle Patientinnen und Patienten sprechen gleich gut an. Am meisten bringt die Stoßwelle meist im Zusammenspiel – mit gezielten Übungen, Physiotherapie und einer klug angepassten Belastung.
Kennen Sie diese Beschwerden?
Stoßwellentherapie kommt vor allem bei Beschwerden an Sehnen und Sehnenansätzen infrage, die schon länger bestehen. Die häufigsten Beispiele:
„Der erste Schritt am Morgen tut am meisten weh“ – Fersenschmerz
Ein stechender Schmerz unter der Ferse, besonders bei den ersten Schritten nach dem Aufstehen oder nach längerem Sitzen, kann auf eine Plantarfasziitis hinweisen. Dabei ist die kräftige Gewebeplatte an der Fußsohle dort gereizt, wo sie am Fersenbein ansetzt.
Oft ist dann vom „Fersensporn“ die Rede. Gut zu wissen: Ein knöcherner Sporn im Röntgenbild ist nicht automatisch die Ursache der Schmerzen – und er muss für eine erfolgreiche Behandlung auch nicht verschwinden. Die Stoßwelle richtet sich gegen die schmerzhaften Gewebeveränderungen.
Wenn Dehnübungen, gutes Schuhwerk und angepasste Belastung nicht ausreichen, kann die Stoßwellentherapie eine weitere Möglichkeit zur Schmerzlinderung sein.
„Ich komme kaum noch in die Jacke“ – Kalkschulter
Bei einer Kalkschulter haben sich Kalkablagerungen in einer Sehne der Schulter gebildet. Typisch sind Schmerzen beim Anheben des Arms, bei Überkopfbewegungen oder nachts beim Liegen auf der betroffenen Seite.
Bei länger bestehenden Beschwerden kann eine Stoßwellentherapie erwogen werden. Studien zeigen Hinweise darauf, dass sie Schmerzen lindern und die Schulterfunktion verbessern kann – wie gut sie im Einzelfall wirkt, lässt sich aber nicht sicher vorhersagen.
Weil Schulterschmerzen viele verschiedene Ursachen haben können, ist eine genaue Untersuchung vor der Behandlung besonders wichtig.
„Beim Laufen zieht es hinten an der Ferse“ – Achillessehne
Schmerzen an der Rückseite der Ferse oder etwas darüber, Anlaufschmerzen beim Losgehen, beim Laufen oder auf der Treppe: Dahinter kann eine überlastete Achillessehne stecken.
Bei hartnäckigen Beschwerden wird die Stoßwellentherapie teilweise ergänzend eingesetzt. Das Herzstück der Behandlung bleibt ein gezielter, schrittweiser Belastungsaufbau. Die Studienlage zum zusätzlichen Nutzen der Stoßwelle ist hier uneinheitlich.
„Schon das Händeschütteln schmerzt“ – Tennisellenbogen und äußere Hüfte
Ein Tennisellenbogen macht sich häufig beim Greifen, Tragen oder Händeschütteln bemerkbar. Sehnenbeschwerden an der Außenseite der Hüfte zeigen sich oft beim Gehen oder beim Liegen auf der betroffenen Seite. Auch hier kann ein Behandlungsversuch mit Stoßwellen sinnvoll sein.
Ob das für Sie gilt, hängt vom Befund und von den bisherigen Therapien ab. Die Wirksamkeit ist nicht für alle Anwendungsgebiete gleich gut belegt – gerade beim Tennisellenbogen kommen Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen.
So läuft Ihr Termin ab
- Gespräch und Untersuchung: Gemeinsam wird geklärt, welche Struktur betroffen ist und ob eine Stoßwellentherapie für Sie infrage kommt.
- Vorbereitung: Auf die Haut wird ein Kontaktgel aufgetragen, dann wird der Behandlungskopf auf die schmerzende Stelle gesetzt.
- Behandlung: Die Intensität wird schrittweise angepasst – und zwar so, dass sie für Sie aushaltbar bleibt. Die eigentliche Anwendung dauert meist 5 bis 10 Minuten pro Bereich.
- Zurück in den Alltag: Die Behandlung erfolgt ambulant. Sie können danach direkt nach Hause gehen.
Wie viel Zeit Sie für Ihren Termin inklusive Beratung einplanen sollten, erfahren Sie bei der Terminvereinbarung.
Tut das weh?
Die ehrliche Antwort: Es kann unangenehm oder schmerzhaft sein – vor allem direkt über empfindlichen Stellen. Sie hören ein rhythmisches Klopfen und spüren wiederholte Druckimpulse, die sich wie ein kräftiges Pochen anfühlen. Wie stark das empfunden wird, ist von Mensch zu Mensch verschieden.
Die gute Nachricht: Die Intensität lässt sich jederzeit anpassen. Sagen Sie einfach sofort Bescheid, wenn es zu viel wird.
Nach der Anwendung kann der behandelte Bereich vorübergehend empfindlicher sein. Auch Rötungen, Schwellungen, Blutergüsse oder eine kurzfristige Zunahme der Schmerzen sind möglich.
Wie viele Sitzungen brauche ich?
Häufig sind es drei Behandlungen im Abstand von ungefähr einer Woche. Je nach Diagnose, Verfahren und Ansprechen können auch weniger oder mehr Sitzungen sinnvoll sein – Ihr Behandlungsplan wird individuell festgelegt.
Ein wenig Geduld zahlt sich aus: Ob die Behandlung anschlägt, zeigt sich oft erst über mehrere Wochen. Und umgekehrt gilt: Spürbar weniger Schmerz direkt nach einer Sitzung heißt noch nicht, dass die Sehne schon wieder voll belastbar ist.
Bleibt die erhoffte Besserung aus, besprechen Sie gemeinsam den Verlauf und weitere Behandlungsmöglichkeiten.
Gut vorbereitet zum Termin
Zuerst muss klar sein, woher Ihre Schmerzen kommen – denn ähnliche Beschwerden können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Neben Gespräch und körperlicher Untersuchung können je nach Befund Ultraschall, Röntgen oder weitere Untersuchungen nötig sein.
Bitte informieren Sie Ihren Arzt insbesondere über:
- Medikamente, vor allem Blutverdünner
- Blutgerinnungsstörungen oder eine erhöhte Blutungsneigung
- eine Schwangerschaft
- Infektionen, offene Hautstellen oder Tumorerkrankungen im Behandlungsgebiet
- kürzlich erfolgte Kortison-Injektionen, Operationen oder Verletzungen
- Herzschrittmacher oder andere elektronische Implantate
Diese Angaben helfen einzuschätzen, ob und mit welchem Verfahren eine Behandlung möglich ist. Setzen Sie Medikamente bitte nicht eigenständig ab.
Tipp: Bringen Sie vorhandene Befunde und eine aktuelle Medikamentenliste mit. Sprechen Sie außerdem den erwartbaren Nutzen, mögliche Alternativen und die Kosten der Behandlungsserie an. Ob eine Kostenerstattung möglich ist, klären Sie am besten vorab mit Ihrer Versicherung.
Was ist nach der Behandlung zu beachten?
Ihren Alltag können Sie in der Regel normal weiterführen. Intensive sportliche Belastungen des behandelten Bereichs sollten Sie zunächst vermeiden – oft wird eine Pause von etwa 48 Stunden empfohlen. Maßgeblich sind die persönlichen Empfehlungen Ihres Arztes und Ihr begleitender Trainingsplan.
Vorübergehende Druckempfindlichkeit oder leichte Schwellungen sind möglich. Selten kann es zu Verletzungen von Sehnen oder anderem Gewebe kommen. Bei plötzlich starken Schmerzen oder einem Funktionsverlust lassen Sie sich bitte rasch ärztlich untersuchen.
Ihr Ansprechpartner im MEDICENT Baden
Dr. Florian Salzberger, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, bietet im MEDICENT Baden sowohl radiale als auch fokussierte Stoßwellentherapie an. Er verfügt über viel Erfahrung mit dieser Behandlung und erhält positive Rückmeldungen von Patientinnen und Patienten.
Im persönlichen Gespräch klärt er, ob die Therapie zu Ihren Beschwerden passt und mit welchen weiteren Maßnahmen sie sinnvoll kombiniert werden kann.
Ihre Schmerzen begleiten Sie schon zu lange? Finden Sie heraus, ob Stoßwellentherapie für Sie infrage kommt, und vereinbaren Sie einen Beratungstermin bei Dr. Florian Salzberger. Die Kontaktdaten finden Sie auf seiner Profilseite auf medicent-baden.at.